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Brot und Butter – die Geschichte von Annette Zeller

Behütete Kindheit im beschaulichen Rechberg am Rande der Schwäbischen Alb. Die Eltern betreiben eine Landbäckerei und ein Café, der Name Zeller gilt was in der Gegend.

Der Name Zeller gilt was

Geschichten, die das Leben schreibt – zum Beispiel die von Annette Zeller. Behütete Kindheit im beschaulichen Rechberg am Rande der Schwäbischen Alb. Die Eltern betreiben eine Landbäckerei und ein Café, der Name Zeller gilt was in der Gegend. Des Meisters Wasser­wecken sind legendär, die Brezeln schmecken auch nachmittags noch frisch und wegen des Genetzten – das ist ein Brot, dessen Teig mit feuchten Händen aus dem Kessel direkt in den Ofen gehoben wird, ohne ihn zuvor zu formen – kommen Kunden sogar von weit her nach Rechberg. Bei seinen Kuchen und Torten hat Arnold Zeller den gleichen Qualitätsanspruch: In den Ofen kommt nichts Vorgefertigtes, Hand­arbeit zählt – frisch aufgeschlagene Eier, frische Früchte vom Markt, beste Rohstoffe überhaupt. Der Erfolg gibt dem Meister auch da Recht.

Dennoch rieten die Eltern ab, als sich Annette Zeller nach dem Abitur in Schwäbisch Gmünd entschied, Bäckerin zu werden: „Mein Bildungshunger war fürs Erste gestillt.“ Doch sie setzte ihren Kopf durch und ging beim Vater in die Lehre. Dem Gesellenbrief ließ sie mit Mitte zwanzig den Meisterbrief folgen, die Übernahme des elterlichen Betriebes schien nur eine Frage der Zeit. Aber da war so ein Gefühl: „Nennen Sie es Fernweh oder Freiheits­drang, ich wollte jedenfalls raus, wenigstens eine Zeit lang.“

Mit dem Tross durch die Lande

Annette Zeller stieg ins Catering-Geschäft ein, kochte für die Darsteller von Mittelalterspielen Maultäschle und Kässpätzle und zog mit dem Tross nicht nur durchs Ländle: „Gelnhausen, Hamburg, Telgte, sogar bis nach Innsbruck und ins dänische Horsens sind wir gefahren.“ Auf der Festung Königstein kamen dann der Berliner Apotheker Michael Reuter und die Liebe ins Spiel. Annette Zeller, die sich nie vorstellen konnte, ihre Heimat dauerhaft zu verlassen – „höchstens bis Heil­bronn“ – folgte ihm in die Hauptstadt.

Sie schrieb sich an der Humboldt-Uni ein, doch ein Jahr später, 2001, kam Sohn Luis zur Welt. Uni ade. Inzwischen 37-jährig, heuerte Annette Zeller bei Manufactum in der Hardenbergstraße an und backte dann und wann Hochzeits-und andere Torten für gute Bekannte. Sie waren es auch, die ihr rieten, sich selbstständig zu machen. Eine Anzeige gab schließlich den Ausschlag …
(Übrigens: Ihre Eltern schlossen 2016 die Bäckerei in Rechberg. Annette Zeller hatte sich für Berlin entschieden, ihre Schwester Barbara für die IT-Branche.)

 

 

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