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EisQueen – Einblicke ins Königinnenreich

Sie hatte eine Idee, die sie schon in der Kindheit infiziert hatte und wieder ausbrach, als sie während ihres Studiums in einem Eiscafé jobbte.

Ein Gewerbegebiet im Berlin Süden, nahe der Stadtgrenze. Hier haben sich Künstler, Handwerker und Händler angesiedelt, die für ihren Job Platz brauchen. Man grüßt sich, man kennt sich. Die Eis-Queen? Tor A 2 Punkt 3! Besonders königlich wirkt ihr Büro allerdings nicht. Schreibtische, Laptops, Telefone, ein paar Stühle, ein Tresen, eingezwängt in eine Ecke der riesigen Halle, das erscheint bestenfalls zweckmäßig. „Königliche Büros hatte ich in meinem Leben schon zur Genüge“, kommentiert Karolina Stich unseren Na-ja-Blick.

Die 30-Jährige lächelt wieder, das Ergebnis des Gelato Festivals auf dem Alexanderplatz am Wochenende zuvor nennt sie sportlich. „Juryurteile sind wie Schiedsrichterentscheidungen“, sagt Karolina Stich, „subjektiv, aber unumstößlich.“ Beim nächsten Festival wird sie wieder antreten. Jetzt drückt sie ihrer Kollegin Claudia Trotta aus Wernigerode für die Weltmeisterschaften erstmal beide Daumen.

Wie viele in ihrer Branche kam auch Karolina Stich auf Umwegen zur Eismacherei. Die gebürtige Rheinländerin studierte in Bad Honnef Internationales Management und startete ihre berufliche Karriere in der Finance- und Controllingwelt eines internationalen Konzerns. Trotz der äußerlichen Annehmlichkeiten (königliche Büros!) und der finanziellen Sicherheiten merkte sie bald, dass diese Welt nicht ihre Welt war.

 

 

Karolina Stich beschloss, sich selbstständig zu machen. Sie hatte eine Idee, deren Basis eine Leidenschaft war, die sie schon in der Kindheit infiziert hatte, die dann lange im Verborgenen schlummerte und wieder ausbrach, als sie während ihres Studiums in einem Eiscafé jobbte. Richtig gutes Eis, ohne industrielle Vorprodukte handwerklich hergestellt, Eis das Schmelz, Dichte und Körper hat und geschmacklich off mainstream ist. Kein Durchschnittseis also.

Sie startete ihr Unternehmen Selbstständigkeit mit einem Masterstudium in Entrepreneurship, machte einige Zeit in Soft-Eis und lernte das nicht eben einfache Eismacher-Handwerk. „Für richtig gutes Eis“, sagt sie, „braucht es eine perfekte Mischung aus Kreativität, chemischer Expertise und handwerklicher Kunst.“ Als sie glaubte, der nahe genug zu sein, gründete sie ihre EisQueen GmbH. Das war vor vier Jahren.

Inzwischen hat sich Karolina Stich in ihrer kleinen Welt der kalten Perfektion eingerichtet. Sie gehört zu jener Gruppe „echter Handwerker“, die ausschließlich mit hochwertigen, natürlichen Zutaten arbeiten – Haselnüsse beispielsweise bezieht sie aus dem Piemont, Zitronen von einer mallorquinischen Bio-Farm, Erdbeeren und Sanddorn aus Brandenburg – und auf künstliche Aromen völlig verzichten. Pflanzenfett statt Butter und Sahne wie beim Industrieeis gang und gäbe – für die Eis-Queen ein absolutes No-Go.

„Und auch die Eismaschine spielt eine wichtige Rolle“, fügt sie hinzu. Ihre kommt von TELME aus Italien, auf die schwört sie. Die Frage nach dem Preis des edelstählernen Aggregats beantwortet Karolina Stich ausweichend: „Gute Geräte sind teuer.“ Später erfahren wir, dass ihre Eismaschine 27.000 Euro gekostet hat. Über 60 Sorten Milch- und Fruchteis hat sie im Programm – nicht immer alle, auch Eis hat Saison.

Sie fertigt elf verschiedene Cocktails am Stiel, zwei davon sind alkoholfrei, offeriert Eistorten und Eispralinen, beliefert Hotels und Restaurants und bietet Eis-Caterings an. Und montags und mittwochs von 10.00 bis 18.00 Uhr gibt es auch einen Werksverkauf – kein Wunder, dass die leidenschaftliche Golferin ihr 54er Handicap bisher nicht verbessern konnte.

Genuss für unterwegs – GARCON als APP

EISQUEEN
Schichauweg 52
12304 Berlin-Marienfelde
Tel. 0172 – 96 51 140
www.eisqueen.com

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