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Meerrettich aus dem Spreewald vom Meerrettichkönig

Zehn Geschmacksvarianten liefert SpreewaldRabe derzeit an Supermarktketten, Lebensmittelhändler und Gastronomen

Manche nennen ihn den Gurkenkönig, andere den Meerrettichkönig und für einige ist er sogar der Gurken- und der Meerrettichkönig. Markus Belaschk winkt ab. „Allein schon meine Arbeitszeiten als mittelständischer Unternehmer sind wenig königlich, von anderen Dingen gar nicht zu reden.“

Belaschk, 45, Diplom-Kaufmann, führt gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Hannes die RABE Spreewälder Konserven GmbH & Co. KG in fünfter Generation. Der 1898 gegründete Traditionsbetrieb mit Sitz im Lübbenauer Ortsteil Boblitz beschäftigt – je nach Saison – 60 bis 80 Mitarbeiter und ist spezialisiert auf die Verarbeitung von Spreewälder Gurken und Spreewälder Meerrettich sowie einigen weiteren regionalen Gemüsesorten.

In Boblitz redet man nicht nur über Traditionen, man pflegt sie auch. „Sie gehören zu unserem Unternehmen, selbst wenn manches davon heute nur noch schwer nachvollziehbar erscheint“, so Geschäftsführer Markus Belaschk. Was der 45-Jährige damit meint, zeigt er uns im kleinen Gurken- und Meerrettichmuseum seines Betriebes, in dem Dutzende Exponate die Verarbeitung der beiden wichtigsten Spreewälder Feldfrüchte in den vergangenen
120 Jahren dokumentieren.

Wir sehen auf einem Gestell eine kistenartige Konstruktion mit einer Trommelreibe im Innern. Daneben ein Elektromotor mit Transmissionsriemen, darunter eine hölzerne Wanne. Belaschk demonstriert, wie mit diesem archaischen Gerät Marke Eigenbau einst Meerrettich gerieben wurde. „Es war noch in den 1960er und 1970er Jahren im Einsatz.“

Man ahnt etwas von den Arbeitsbedingungen, die damals hier herrschten und begreift, was Belaschk mit „schwer nachvollziehbar“ meinte, als er über die Unternehmenstraditionen sprach. Hätte man solche vorsintflutliche Technik nicht ersetzen können? „Wir waren auch zu DDR-Zeiten ein Privatbetrieb“, so Markus Belaschk, „das bedeutete, meine Eltern durften nicht mehr als zehn Mitarbeiter beschäftigen und waren, wenn es um irgendwelche Investitionen für die Firma ging, die Letzten in einer endlos langen Schlange.“

 

Als 1989 die Mauer fiel und ein knappes Jahr später die DDR das Zeitliche segnete, hatten Rainer Belaschk und seine Frau gegenüber ihren bis dahin volkseigenen Mitbewerbern einen gewaltigen Vorteil: Sie wussten bereits, was es heißt, Unternehmer zu sein.

1991 wurde aus der Gurkeneinlegerei und Meerrettichreiberei Rainer Belaschk das einprägsamere Akronym RABE. Plus dem landweit bekannten Ort des Geschehens entstand der Markenname SpreewaldRabe. „Er ist letztlich auch ein Bekenntnis zur Region, aus der unsere Rohstoffe kommen“, so Markus Belaschk, der vor zehn Jahren die Firma von seinem Vater übernahm.

Heute führt der diplomierte Kaufmann ein mittelständisches Unternehmen, in dessen Hallen moderne Maschinen das Waschen, Reiben und Abfüllen der Spreewälder Spezialität übernehmen – lediglich das sogenannte „Nachputzen“ der gewaschenen Meerrettich-Stangen ist noch Handarbeit und auch kein Vergleich mit dem Rotz-und-Wasser-Heuljob längst vergangener Jahre.

Zehn Geschmacksvarianten liefert SpreewaldRabe derzeit an Supermarktketten, Lebensmittelhändler und Gastronomen – vom Apfelmeerrettichklassiker bis zur Sanddornmeerrettichspezialität.

RABE SPREEWÄLDER KONSERVEN
Boblitzer Chausseestraße 16
03222 Lübbenau OT Boblitz
Tel. 03542 — 89 33-0
www.spreewaldrabe.de

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