Spezialitäten

Ich liebe Piment d´Espelette!

Ich liebe Piment d´Espelette. Diese zarte, fruchtige, nuancenreiche Schärfe, die Zunge und Herz wärmt! Diese feinen Grillaromen!

Ein Beitrag von Anais Causse

Ich liebe Piment d´Espelette. Diese zarte, fruchtige, nuancenreiche Schärfe, die Zunge und Herz wärmt! Diese feinen Grillaromen! Und diese Farbe, die jedem optisch noch so langweiligen Gericht einen extravaganten Tupfer verleiht!

Natürlich kannte ich Piment d´spelette schon länger, aber wirklich Feuer fing ich erst vor zehn Jahren während einer Reise in den baskischen Teil Südwest-Frankreichs. Ich erinnere mich als sei es gestern gewesen – ich fuhr mit dem Auto von dem malerischen Städtchen Saint-Jean-de-Luz an der Atlantikküste in Richtung der Pyrenäen. Je näher ich den Bergen kam, desto höher und mächtiger wurden sie. Eine tolle, wilde Landschaft, die zu entdecken sich wirklich lohnt.

Espelette, der Ort der dem Piment d´Espelette („Chili aus Espelette“) seinen Namen gab, liegt im Nive-Tal, im Pyrenäen-Vorland. Ein traditionelles baskisches Bergdorf in der historischen Region Labourd. Viele der rund 3.000 Einwohner sprechen übrigens neben französisch und baskisch auch spanisch – kein Wunder, bis zur spanischen Grenze sind es gerade mal zehn Kilometer. Das Dorfbild ist geprägt von meist mehrstöckigen Fachwerkhäusern, deren wichtigste Besonderheit ihre blutroten Balken sind. Die Farbe heißt Cœur de bœuf, das bedeutet „Ochsenherz„ – und tatsächlich wurde in der Vergangenheit das Holz mit frischem Ochsenblut gestrichen und so vor Schädlingen geschützt.

Zwischen August und November regiert allerdings ein anderes Rot in Espelette und neun weiteren Dörfern des französischen Baskenlandes – das Rot der Chilischoten, die wegen der besonderen klimatischen Bedingungen in der Gegend bestens gedeihen und in diesen Monaten per Hand geerntet und auf lange Schnüre gefädelt werden. So trocknen sie dann unter den Vordächern der Häuser sanft in einem föhnigen Wind, der im Herbst hier tags wie nachts mit gleicher Stärke weht.

Nach ungefähr drei bis vier Wochen luftiger Trocknung ist aus dem leuchtenden Zinnoberrot der Schoten ein dunkleres Rostrot geworden – Kennzeichen dafür, dass die Chilis vermahlen und so zu dem weltweit geschätzten Piment d´Espelette verarbeitet werden können. Das an- und aufregende rote Pulver ist dermaßen begehrt, dass vielerorts Fälschungen am Markt sind. Deshalb sollten Sie beim Kauf auf das Schutzsiegel mit der AOC-Kennzeichnung achten, das für eine kontrollierte Herkunftsbezeichnung steht (Appellation d´Origine Controlée). Weil die würzige Rarität nicht unbegrenzt verfügbar ist, müssen wir Händler übrigens gut planen, unseren Jahresbedarf vorab einschätzen und die entsprechende Menge in Espelette reservieren.

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