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Intoleranz, die auf den Magen schlägt

… Lebensmittelunverträglichkeiten scheint rasant zuzunehmen. Weizenallergie, Laktoseintoleranz und Reizdarm haben wir schon oft gehört. Aber… Fructoseintoleranz

Am Weizen scheiden sich die Geister – auch am Roggen, Hafer, Gerste und Dinkel – aber besonders am Weizen. Für die einen gehören diese Getreidearten zu den Hauptnahrungsquellen der Menschheit, für die anderen sind sie – wieder mit dem Weizen ganz vorn – Dick- und Krankmacher.
Zöliakie heißt die Diagnose, eine Autoimmunkrankheit, an der – die Zahlen schwanken – hierzulande 0,1 bis ein Prozent der Bevölkerung leidet. Für sie ist das im Weizen und in anderen Getreiden enthaltene Gluten lebensbedrohlich. Dass es neben der Zöliakie auch andere Formen der Glutenunverträglichkeit gibt, ist wissenschaftlich umstritten.

So vermutete Professor Detlef Schuppen vom Universitätsklinikum Mainz beispielsweise schon vor Jahren, dass es eher das in moderne Hochleistungssorten gezielt hineingezüchtete Protein Adenosin-Triphosphat-Amylase – kurz ATI – ist, das einerseits Getreide zwar resistenter gegen Schädlinge macht und einen höheren Ertrag bringt, andererseits aber auch sogenannte Intoleranzen hervorruft.

Mehl ohne Gluten

Alternativen, also Mehle, die frei von Klebereiweiß sind: Amaranth, Buchweizen, Hirse, Kastanie, Mais, Quinoa, Reis, Teff.
Spezial-Lebensmittel sind längst ein Riesengeschäft, multinationale Konzerne verdienen daran. Vegane Leberwurst, Ersatzhähnchen, Energiequark, laktosefreie Milch – die Zeit, wo der Blumenkohl den Aufkleber ‚vegan‘ bekommt, ist nicht mehr weit.

Der berühmte Fettnapf

Kaum eine Geburtstagsfeier ohne Sonderwünsche, die Liste der Gäste mit Lebensmittelunverträglichkeiten scheint rasant zuzunehmen. Weizenallergie, Laktoseintoleranz und Reizdarm haben wir schon oft gehört. Aber neulich traf ich eine Bekannte, die über eine Fructoseintoleranz klagte. Scherzhaft meinte ich, sie solle halt keine Äpfel mehr essen. Das fand sie nicht so komisch wie ich, deshalb musste ich doch mal nachforschen, was es damit nun wieder auf sich hat.

Ohne Obst keine Fructose?

Die unterschiedlich starken Folgen können von kleinen Blähungen über starke Bauchschmerzen bis hin zu Durchfall reichen. Und das Ding mit dem Apfel ist regelrecht gemein, wenn man bedenkt, welche Lebensmittel alle Fructose enthalten. Obst, klar, besonders Apfel (also doch), Birne, Süßkirsche, Mango und Feige. Und Trockenfrüchte. Und Marmelade und Honig (Honig!). Und vieles, das entweder mit Zucker oder sogar Zuckeralternativen wie Agavendicksaft gesüßt wurde. Auch das gute Frühstücksmüsli, Säfte, Fruchtjogurt, Limonaden usw. Und jetzt kommt’s : viele Gemüsesorten enthalten Fructose wie Karotte, Lauch, Paprika, Tomate und Zwiebel.
Intestinale oder heredtäre Fructoseintoleranz oder gar Sorbitintoleranz, dazu kann man stundenlang im Internet nachlesen. Aber eines ist klar: Sollte ich meine Bekannte das nächste Mal treffen, werde ich ihr weitaus ehrfürchtiger gegenüber treten.

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