Schon gewusst, dass Welsfleisch mehr wertvolle B-Vitamine enthält, als die meisten Speisefische aus dem Meer?
Wels: Bestens geeignet für den figurfreundlichen Sommergrill
Er hat ein grätenloses, mildes und besonders festes, fettarmes Fleisch, das geschmacklich (und optisch wie haptisch) eher an Kalb oder Hühnchen, als an Fisch erinnert und wohl gerade deshalb auch bei Kindern und sogar bei Fischmuffeln gut ankommt. Wie wunderbar sich der Wels wegen seines unaufdringlichen Geschmacks und seiner festen Textur für die Grill-und Brat-Küche eignet, wissen Binnenfisch-Liebhaber. Auch, dass seine Schonzeit ab Juli vorbei ist und Europas größter wildlebender Süßwasserfisch jetzt im Spätsommer bei Flussanglern und Fischereibetrieben wieder oben auf der Frischfangliste steht.
Gleichermaßen gesund als Wildfang wie aus Aquakultur
Obwohl in Deutschlands Fluss- und Seenlandschaften heimisch, ist der wild lebende Wels leider nur noch selten im Frischfischhandel zu finden. Meist wird er durch den (kleinwüchsigeren und noch schneller wachsenden) afrikanischen Wels aus Aquakultur-Zucht ersetzt. Der steht dem Fleisch seines europäischen Ahnen in Sachen Festigkeit und wertvoller Inhaltsstoffe in nichts nach und ist zudem das ganze Jahr über frisch erhältlich. Als Schnitzel, Steak oder stückchenweise am Spieß gegrillt, passt Wels – egal ob nun aus Wildfang oder Aquakulturzucht – perfekt in einen gesundheitsbewussten und diätfreundlichen Ernährungsplan.
Üppige Protein-Quelle mit wertvollen Mineralien und B-Vitaminen
Wels hat erstaunlich viele gesundheitsförderliche Vorteile zu bieten:
Da ist zunächst mal sein hoher Protein-Gehalt. Hundert Gramm Welsfleisch enthalten bis zu zwanzig Gramm Eiweiß bei einem vergleichsweise geringen Fettanteil von lediglich drei bis fünf Prozent (nur halb soviel wie Lachs).
Sein festes, mageres Muskelfleisch, das beim afrikanischen Zuchtwels noch einen Tick röter ausfällt, steckt voller Mineralien, Vitamine und Spurenelemente.
Neben Kalium, Zink, Eisen, Phosphor und einem recht hohen Vitamin E-Gehalt enthält es kostbare B-Vitamine, darunter vor allem viel Vitamin B3 (Niacin für Nervensystem und Energiestoffwechsel), Vitamin B12 (Selen für Immunkraftstärkung und Regulierung der Schilddrüsenfunktion) und Vitamin B7 (Biotin zur Regeneration des Gelenkgewebes und Verbesserung der Struktur von Haut, Haar und Nägeln).
Und was die so gesunden ungesättigten Omega-3-Fettsäuren anbelangt, die hat der dickköpfige, bärtige Süßwasserfisch – egal ob aus Wildfang oder Aquakulturbestand – in ähnlicher Konzentration zu bieten, wie seine rotfleischigen Kollegen aus dem Meer.

Nachhaltige Alternative zu Speisefischen aus dem Meer
Wels ist somit nicht nur eine überaus gesunde, sondern auch äußerst nachhaltige Genuss-Alternative zu sämtlichem Speisefischangebot aus Nordsee oder Atlantik. Um ihn frisch auf den Teller zu bringen, müssen keine Küsten leergefischt, keine Meeresböden ramponiert und keine Beifänge entschuldigt werden. Sein Verzehr beschert uns auch kein schlechtes Gewissen, wie das bei wildgefangenem Thun, Pulpo oder Seeteufel der Fall ist, weil deren Bestände weltweit immer weiter schwinden. Selbst aus Aquakulturzucht stammend, steht der Wels (ganz im Gegensatz zu Tilapia oder Pangasius aus Asien) für hochwertigen Fischgenuss bei minimalem C02-Fußabdruck.
Aus gutem Grund zum „Fisch des Jahres 2026“ gekürt
Dass der europäische Wels (vom Deutschen Angelfischerverband und dem Bundesamt für Naturschutz) zum Fisch des Jahres 2026 gewählt wurde, hat seinen guten Grund.
Nicht etwa, weil die größte wildlebende Fischspezie Europas klimawandelbedingt in seiner Existenz bedroht wäre. Da der Wels warmes Wasser liebt, kommt er trotz zunehmender Erderwärmung (im Gegensatz zu den meisten anderen Speisefischen in Süß- wie Salzwasser) gut zurecht.
Vielmehr steht seine Auszeichnung exemplarisch für eine nachhaltige und zukunftsweisende Nahrungsquelle, die großen Anteil am Fortbestand ökologisch intakter Wasserlandschaften hat. Denn als anspruchsloser Allesfresser und Aas-Polizei (so wie auch der Aal) sorgt der Wels mit seinem breiten Schlund quasi wie ein Staubsauger dafür, dass die Gewässergründe, in denen er bei uns noch wild vorkommt, ein klein wenig sauberer und biologisch lebenswerter bleiben.
Gesund geschrieben von Mike Draegert
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Tel. 030 – 98 41 66 64


