Udine Food-Festival: Dritte Station

Dritte Station: Ristorante Carmagnola in der Via del Gelso in Udine

Über das Ristorante Carmagnola hatten wir schon gelesen, bevor wir es kennenlernten – in Gustav Schatzmayrs informativem Booklet „99 x gut essen im Friaul“, für Genussreisende in diese Region ein absolules must have.

Auf dem Weg zum Restaurant legten wir einen Apéro-Stop ein und staunten nicht schlecht. Hinter dem Tresen der winzigen Bar in der City von Udine eine bekannte Mixology-Größe: Massimo Borroni. Während er uns seinen Signature drink, einen Pasionario kreierte, erfuhren wir ganz nebenbei, dass zum Ein-Prosit-Festival nicht nur internationale Spitzenköche in Udine zu Gast sind, sondern auch die Crème de la crème der Cocktailbranche.

Doch das Carmagnola – ein Restaurant mit beeindruckendem lnterior-Design übrigens – und die Stars des Abends riefen…

Da ist zuerst Zaryu Hasegawa. Der 44-Jährige gehört zur kulinarischen Elite Japans, sein Restaurant Den im Tokioter Stadtteil Jingumae, das er gemeinsam mit seiner Frau Emi führt, trägt seit 2011 zwei Michelin-Sterne, wurde 2022 als bestes Restaurant Asiens ausgezeichnet und belegte im Ranking The World’s 50 Best Restaurants 2023 Platz 21.

Gemeinsam an diesem Abend mit Hasegawa am Herd: Antonio lacoviello, 41, Küchenchef der Gucci Osteria by Massimo Bottura in Tokio. Bottura, Italiens bekanntester und höchstdekorierter Koch, hatte 2021 das nach Florenz und Beverly Hills dritte Restaurant der Gucci-Kette im Flagship-Store der Nobelmarke eröffnet und lacoviello aus seinem Stammhaus in Modena nach Tokio entsandt. Der enttäuschte den Großmeister nicht – bereits zwei Jahre später strahlte der erste Michelin-Stern über dem edelst ausgestatteten Restaurant im Ginza-Bezirk der japanischen Hauptstadt.

Während Hasegawa moderne Interpretationen der klassischen Kaiseki-Küche servierte – beispielsweise sein in eine To-go-Box Trentino (als Parodie auf das industrielle KFC-Chicken) drapiertes Dentucky, eine mit Reis, Klettenwurzel und verschiedenen Pilzen gefüllte Hähnchenkeule – offerierte Iacoviello Beispiele einer italienisch-japanischen Fusionküche. Viel Beifall etwa bekam selbst von den italienischen Gasten lacoviellos Kreation „A walk from Kagoshima to Posillipo“ – verschiedene Pastasorten (normalerweise für jeden Italiener ein absolutes Sakrileg, sie auf einem Teller anzurichten) mit einem Pesto aus japanischen Kräutern.

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Besonders charmant, dass Zaiyu Hasegawa und Antonio lacoviello nicht nur Teller selbst an die Tische brachten, sondern sich auch viel Zeit für Gespräche mit den Gästen des Abends im Ristorante Carmagnola nahmen.
Last but not least kam noch ein Überraschungsgast: Massimo Bottura, zweifellos der bedeutendste italienische Koch unserer Zeit. Sein knapper Kommentar über das Treffen der Kollegen: „É possibile solo a dine!“

Den Beitrag über die zweite Station des Udine Food-Festival findet ihr hier:

https://www.garcon24.de/2024/02/27/udine-food-festival-zweite-station/

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