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Deutschland im Fluss – die Entdeckung der Langsamkeit

Endlich wieder Kreuzfahrt! Die NickoVision liegt mit ihrer stattlichen Länge von 135 Metern und 11,4 Metern Breite am Osthafen in Frankfurt.

Ein Reisebericht von Rose Marie Donhauser

Die NickoVision liegt mit ihrer stattlichen Länge von 135 Metern und 11,4 Metern Breite am Osthafen in Frankfurt. Die Einschiffung für die achttägige Reise auf dem Rhein beginnt, allerdings mit entsprechenden Pandemiebestimmungen wie Infektionsschutzbögen ausfüllen, Schnelltests und Fiebermessen. Zudem die Einweisungen für das sehr gut organisierte und vorbildlich umgesetzte Hygienekonzept auf dem Schiff. Pünktlich um 18.30 Uhr legte die NickoVision ab, viele der 145 Passagiere an Bord sitzen auf dem Sonnendeck und genießen die vorüberziehende Stadt Frankfurt auf dem Weg Richtung Mannheim.

Die Kombination zwischen sich einfach „treiben lassen“ und der Wahl einzelne oder alle Ausflüge mitzumachen, gab individuelle Möglichkeiten. So waren wir vom ersten Anlegeplatz aus in Mannheim im nahe gelegenen Heidelberg auf Besichtigungstour. Und rechtzeitig zurück, um uns das köstliche Mittagessen schmecken zu lassen. Es gibt an Bord drei verschiedene Restaurants: Das Hauptrestaurant Vision, das Manhattan Restaurant sowie ein Grillrestaurant, die jeweils frei zu wählen sind mit freier Platzwahl, ohne starrer Sitzordnung.

Das elegante Schiff, Baujahr 2018, erhielt den Preis „als Flussschiff des Jahres 2018“, da Konzeption und der neue Standard als schwimmendes Luxus-Hotel zukunftsweisend sind. Alle Außenkabinen sind über 14 qm groß und verfügen im Mitteldeck und Oberdeck über französische Balkone, die breitflächig zu öffnen sind. Die Kapazität ist für 220 Passagiere ausgerichtet.

Unterwegs auf dem Rhein sind immer wieder Schleusen, die auch Teil interessanter Beobachtungen sind und den Schuss Abenteuer mit aufs Bordleben bringen. Das Einfahren in die Schleusenkammer, der vollständige Stillstand, um in das jeweils andere Wasserniveau hoch- oder heruntergesetzt zu werden und letztendlich wieder aus dem Schleusengang rauszufahren.

In Kehl wurde das Schiff um 8 Uhr morgens vertäut. Zeit genug für die beiden Landgänge vormittags nach Baden Baden und nachmittags zur Schwarzwaldfahrt auf der Badischen Weinstraße mit dem Besuch der schönen Ortschaft Gengenbach. Schöner kann Abwechslung mit Schiff und Land nicht sein. Danach mal in dem kleinen Pool an Deck abhängen, Sauna und Fitnessraum testen und den Sonnenuntergang nicht verpassen.

Auf dem Sonnendeck ist der beste Platz, um beidseitig die unterschiedlichen Landschaften, Ortschaften und Sehenswürdigkeiten zu betrachten. Man kommt leicht ins Gespräch mit den interessierten Mitreisenden und so erzählte mir ein älterer Herr: „Ich buche nur Flusskreuzfahrten, weil ich immer die unmittelbare Nähe zum Land brauche und auf dem Fluss wird man nicht seekrank.” Das ist ein Aspekt und ein guter Grund für Flusskreuzfahrten, den ich bisher noch nie so entdeckt hatte. Zudem fiel mir auf, dass die Schwimmwesten auf alle Fälle ausreichen, um die wenigen Meter an Land zu schwimmen.

Es gibt eine Plastikkarte für das Zimmer, die beim Verlassen des Schiffs im Tausch für eine Land-Geh-Karte immer abgegeben wird und wieder umgekehrt. Das Schiff ankerte meistens in unmittelbarer Nähe zu den Stadtzentren, wie Mannheim, Kehl, Köln, Bonn, Rüdesheim oder Wiesbaden, so dass ein Spaziergang vom Anlegeplatz mitten in die Stadt kein Problem war.

Kunst, Kultur und Kulinarik, verbunden mit der Entdeckung der Langsamkeit, so geht Müßiggang auf dem Fluss und den Landgängen. Der Blick schweift an den Flussufern entlang, zwischendurch erzählte Kreuzfahrtdirektor Alexander Steiner über Mikrofon Wissenswertes zu den Ortschaften, Burgen und malerischen Landschaften. Wir passierten die Passage der berühmten Loreley, das romantische Mittelrheintal. Das Fotografieren wurde zu einem Parkour, um ja auf keiner Flussseite etwas zu verpassen. Genauso wie das „Deutsche Eck“ in Koblenz, wo die Mosel in den Rhein mündet. Ein schöner Landgang an diesem Tag war auch Rüdesheim mit „144 Meter Lebensfreude“, der Drosselgasse. Wein trinken gehört hier dazu, besonders wenn man im großen Garten neben der Brömserburg sitzt, die eine der ältesten Rheinburgen in dieser Region ist.

Es ist genügend Platz auf dem Schiff für ein problemloses Miteinander oder auf der Suche nach einem einsamen Plätzchen. Im Salon gibt es nachmittags Kaffee und Kuchen und abends Unterhaltungsprogramm mit Cocktails, vielleicht mit einem „Safe on the beach“… Zeit genug, sich wieder dem Zeitvertreib des Nichtstun und der Langsamkeit zu widmen.

https://www.nicko-cruises.de

Noch ein paar wunderschöne Eindrücke:

Genuss für unterwegs – GARCON als APP

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