Flusskreuzfahrt vorbei an Weinbergen und stolzer Architektur

Ein Reisebericht von Rose Marie Donhauser

Die Queen auf dem Douro

Die Anlegestelle Vila Nova de Gaia ist perfekt, das Flusskreuzfahrtschiff „Douro Queen“ war zum Einchecken der Passagiere für eine neue Cruising-Woche bereit. Reiseneugier, vermischt mit dem herzlichen Empfang der Crew von nicko cruises, bescherten uns von Anfang an, schon ein freudiges Erwartungsgefühl. Dazu der fantastische Blick vom Standort Vila Nova de Gaia aus, über den Fluss Douro zur gegenüberliegenden Seite, dem Stadtviertel Ribeira von Porto, schürten die Neugier, sofort alles erkunden zu wollen.

Doch erst einmal ließen wir es bei einem Glas Douro Wein auf dem Sonnendeck, bei schönstem Wetter, ruhig angehen. Der Rundblick war gespickt mit Sehenswürdigkeiten: Von der Seilbahn „Teleférico de Gaia“, deren Glasgondeln in 5 Minuten zum höher gelegenen Park „Jardin do Morro“ schweben und den idealen Ausgangspunkt für eine Überquerung auf der „Ponte Dom Luis I bieten, dem Wahrzeichen der Stadt. Die Konstruktion der Eisenbrücke wurde von Gustave Eiffel geplant, dem späteren Erbauer des Eiffelturms in Paris. Oder dem Flanieren im hübschen und umtriebigen Stadtviertel Ribeira mit vielen Cafés und Restaurants zu beobachten.

Dazwischen schaukelten die Touristenmagneten, die alten Portweinboote „Barcos Rabelos“. Früher transportierten diese Holzboote den jungen Portwein in großen Weinfässern von den Winzern, den „Quintas“ aus dem Dourotal zu den Kellereien in Vila Nova de Gaia. Rundherum war es eine filmreife Szenerie, die uns Geschmack auf die vielen Portweindegustationen machten.

Knapp 40 Crewmitglieder sind auf dem eleganten Schiff für die Gäste zuständig und es gibt nur die Bestnoten für Service und Freundlichkeit. Die Douro Queen wurde im Jahr 2005 gebaut, in 2021/2022 vollständig modernisiert und hat bei einer Länge von 78 Metern und 11 Meter Breite, vier Decks zur Verfügung, die maximal Platz für 130 Gäste in 63 Außenkabinen bieten. Wobei die Kabinen im Oberdeck über private Balkons mit Sitzgelegenheit verfügen . Die Kreuzfahrtleiterin Nadine Hoeger, bereits seit 2017 für nicko cruises tätig, schwärmte von ihrem Arbeitsplatz: „Ich fühle mich hier wie zuhause und möchte den Gästen ein Wohlgefühl vermitteln.“

Eine Prise Abenteuer

Die Flusskreuzfahrten auf dem Douro finden von März bis November statt, insgesamt sind in der Saison etwa 33 Hotelschiffe und über 100 Tagesschiffe unterwegs. Der Douro ist knapp 900 Kilometer lang, jedoch ist der schiffbare Teil nur etwa 210 Kilometer und endet an der spanischen Grenze in Barca d´Alva an dem Grenzort Vega de Terrón. Dort konnte man einen ganztägigen Ausflug in den spanischen Ort Salamanca buchen, der sich auf alle Fälle lohnt. Da von der Mündung des Douros bis zur spanischen Grenze über 130 Höhenmeter zu überwinden sind, gibt es fünf Staustufen und Schleusen. Die imposanteste Schleuse ist die von Carrapatelo, die mit über 36 Metern Fallhöhe zu den höchsten Schleusen Europas zählt. Wir waren bei jeder Schleuse total begeistert, wie genau der ganze Vorgang bei der Hinfahrt hinauf und dann wieder bei der Rückfahrt runter funktionierte. Ein Höhepunkt war außerdem bei der Valeira Schleuse die Schlucht von Valeira. Eine Prise Abenteuer war das allemal.

Bilderbuchlandschaft

Auf dem Douro gilt Nachtfahrverbot, die Schleusen sind ab 19 Uhr geschlossen. Somit konnten wir bei schönstem Wetter, die seit 2001 vom UNESCO-Weltkulturerbe geschützte Weinbauregion ausgiebig bewundern. Teils von Steilhängen werden die Reben für den berühmten Portwein geerntet. Dazwischen präsentieren sich große Weingüter mit imposanten Gebäuden und bekannten Namen, steinerne Terrassenmauern durchfurchen die hügelige Landschaft und auch Mandel- und Olivenbäume sind zuhauf in Ufernähe zu sehen.

See Also

Müßiggang und Erkundung

Sobald das Schiff anlegte, waren täglich Landgänge und Ausflüge nach Wahl organisiert. In Pinhao spazierten wir durch den Bahnhof, der durch seine 25 großen außergewöhnlichen Azulejo-Fließen, rund um die Weinlese erzählt. Anschließend gab es in der Quinta Avessada, einen Rundgang im Weinmuseum und was ein absolutes Highlight war, ein typisch portugiesisches Mittagessen, natürlich mit hauseigenem Wein. Im Anschluss war die Gartenpracht und die Schönheit des Mateuspalastes, nahe Vila Real zu erkunden. Absolute Höhepunkte waren auch das Castelo Rodrigo und die Kathedrale in dem Pilgerort Lamego, von der wir 686 Stufen, die „Himmelstreppe“ zwar nicht nach oben, aber nach unten gegangen sind.

Fazit: Müßiggang, Erlebnis pur, so war die Woche auf der Douro Queen. Stadt, Land, Natur, schöne Orte – alles auf und rund um das „schwimmende Hotel“ erkundet, besser geht es nicht.

Mehr dazu bei nicko-cruises.de/magazin/reisetipps-flussreise-ziele/douro/flusskreuzfahrt

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