Dem Winterwetter mit der AIDAcara entfliehen

Ein Reisebericht von Rose Marie Donhauser

Winter 2017 bei plus 26°C, in Deutschland waren es teilweise minus 26°C, die Inselwelt von den Kanaren bis zu den Kapverden in 2 Wochen kennenlernen und quasi im Schlaf über 5000 Kilometer bzw. über 3100 Seemeilen mit der AIDAcara zurücklegen.

Leinen los

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„Das Schiff ist nach internationalen Seebestimmungen startklar und wir legen pünktlich um 22 Uhr ab“, lautet die Durchsage von Kapitän Manuel Pannzek. Kurz darauf ertönt die Musik „Sail away, sail away“ aus den Lautsprechern und ein Großteil der über 1200 Passagiere an Bord beobachtet das Ablegen von Las Palmas. Ablegen und Anlegen wird uns auf dieser 14tägigen Reise noch sehr oft faszinieren. Nicht zuletzt, weil jeder Hafen seinen eigenen Charme und entsprechende Aus- und Ansichten bietet. Für mich war zudem das zu beobachtende Lotsenboot aufregend – wenn das Kreuzfahrtschiff weitgehend aus dem Hafen herausmanövriert war – steuerte das kleine Schiff ganz nah an Steuerbord, um dem Lotsen von Deck 3 das rüber springen zu ermöglichen. Dann ging es endlich los ins offene Meer und die erholsame Seefahrt konnte beginnen.

Eine schöne alte Dame

AIDAcara im Hafen

Das 40 m hohe Schiff, mit einer Länge von 193,3 m und einer Breite von 27,6 m ist das älteste und kleinste Schiff von AIDAcruises. Im Jahr 1996 wurde es auf den Namen Cara von Christiane Herzog getauft. 2011 wurde die AIDAcara einer umfangreichen Überholung unterzogen, die der klassisch eleganten Schiffsdame noch mehr Flair verliehen hat. Mittlerweile ist das Angebot von Kreuzfahrtschiffen fast schon unüberschaubar, zudem muten die Schiffe wie riesige schwimmende Hotels an, mit Kapazitäten von 2000 bis 5000 Passagieren. Wem das alles zu viel ist, der sollte sich nach kleineren Schiffen so wie der Cara umsehen. Der Vorteil bei „kleineren“ Schiffen liegt auch darin, dass diese kleine Häfen ansteuern können, womit die schwimmenden Riesen gar nicht konkurrieren können.

Seetage sind Erholung pur

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Für Entertainment Manager Mario Kuttnig nimmt die Erholung an Seetagen eher ab, denn es gilt ein komplettes Programm zu bieten, das koordiniert von statten geht. Ob nun Shows, Tanzkurse, Lesungen, Küchenführungen, Schnuppergolf oder Unterhaltung auf dem Pooldeck, es ist für jeden etwas dabei. „Etwa zwei Drittel der Passagiere besuchen das Theater“, erzählt Kuttnig und verweist auf die intensiven Besucherbefragungen. „Vielreisende erwarten im Programm bestimmte Klassiker wie z.B. die Haifischbar mit unseren singenden Offizieren. Und klar werden Dinge, die sich etabliert haben, beibehalten.“

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Und wem das alles zu viel ist, der verzieht sich in irgendeine ruhige Schiffsecke und kann mit etwas Glück auf dem weiten Meer Delfine beobachten. Oder in einen der Vorträge von der Lektorin Ingrid Hafeneder gehen, die mit ihrem fundierten Fachwissen noch mehr Neugier auf die jeweiligen Destinationen macht. Das Publikum ist generell sehr individuell, manche wollen nur Ruhe und genießen zudem das Schiff, wenn alle an Land sind, andere wiederum sind aktiv von Fahrradtouren über Golfausflügen dabei und manche sind damit beschäftigt ihr Getränkepaket abzutrinken. Im Prinzip bedient der Kreuzfahrtboom eine sehr unterschiedliche Klientel, bei der jedoch alle aufgrund der vielfältigen Angebote von Kabinenkategorien über Restaurants mit Aufpreis bis hin zu den verschiedensten Aktivitätsangeboten ihr persönliches Wohlergehen finden.

Highlights der Reise

Bei der zweiwöchigen Reise war es sehr angenehm, dass es vier Seetage gab. Denn letztendlich beginnt die richtige Erholung auf See. Wurde dann an den Häfen von Teneriffa, Lanzarote, Fuerteventura, La Palma, La Gomera, EL Hierro, Praia und Mindelo auf den Kapverden geankert, war jeweils genügend Zeit, um Landausflüge mitzumachen oder auf eigene Faust die Hafenorte und deren Umgebung zu erkunden.

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Ob nun die vorgeführte Pfeifsprache der Guanchen, „El Silbo“, mit der sich auch heute noch die Bewohner von La Gomera verständigen können oder die Rieseneidechsen und das kleinste Hotel der Welt auf der kleinsten Insel der Kanaren auf El Hierro zu besuchen – oder auf La Gomera, der „Aussteigerinsel“ das Künstlerdorf El Cercado kennenzulernen. Speziell die Kapverden waren von Interesse, denn die beiden angesteuerten Inseln werden eigentlich hauptsächlich von Kreuzfahrttouristen besucht. Auf der größten Insel Santiago mit der Hauptstadt Praia, ist Cidade Velha mit der ältesten Kolonialkirche der Welt „Nossa Senhora do Rosario“ auf alle Fälle einen Besuch wert.

Drei bis vier Kilogramm werden es sein

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Wer es darauf anlegt, kann ohne weiteres fast rund um die Uhr an Bord schlemmen. Und wie sagte der Entertainmentmanager: „Unsere Gäste nehmen im Schnitt drei bis vier Kilogramm auf einer Reise zu.“
Die Hauptarbeit für das reichhaltige Speisenangebot wird in der Vorbereitungsküche auf Deck 3 mit Fleischerei, Bäckerei und Konditorei verrichtet. Die Bäckerei ist beispielsweise täglich 24 Stunden mit Brot backen ausgelastet – und zum Frühstück gibt es ofenfrische Brötchen – oder aus der Konditorei werden zum Nachmittagskaffee frische Kuchen und Torten geliefert.

See Also

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Und zuletzt wäre die Sache noch mit der Ananas zu klären. Auf einer Kreuzfahrt werden tonnenweise frische Früchte angeboten und dabei ist die Ananas mit Abstand führend. Warum? So eine richtige Erklärung gibt es nicht (genauso wie beim Tomatensaft im Flugzeug), aber durch ihren hohen Vitamin C Gehalt hilft die Ananas vermutlich zur Vorbeugung von Seekrankheit.

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AIDAcara an Bord

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