Mit der VASCO DA GAMA gen Norden

„Das ist ja noch ein richtiges Schiff“

Ein Reisebericht von Rose Marie Donhauser

Am Ostseekai in Kiel lag die elegante Schiffsdame und beim Anblick entwischte einem der freudige Gedanke, dass die VASCO DA GAMA von den Proportionen noch wie ein richtiges Schiff aussieht – und nicht wie eine innovative schwimmende Hotelstadt.


Das liegt vor allem daran, dass die Auslastung auf maximal 1000 Passagiere begrenzt ist, und nicht wie bei vielen anderen modernen Schiffen mit über 4000 und noch mehr Passagieren belegt ist.
Kapitän Adrian Firsov, Kreuzfahrtdirektorin Norma Sieweke und Hotel Direktor Gerald Kugler standen bei der herzlichen Begrüßung der Passagiere Spalier und die Freude ist groß, das im Jahr 1993 in Dienst gestellte Schiff auf der einwöchigen Kreuzfahrt zu erkunden. Über 500 Besatzungsmitglieder sind im Einsatz, um ein perfektes und persönliches Reiseerlebnis zu bieten.


Nicko Cruises ist seit 2021 Betreiber der VASCO DA GAMA, Eigentümer ist die portugiesische Reederei Mystic Cruises. Mit knapp 220 Metern Länge und 30,8 Metern Breite verfügt das ehemalige Schiff der Holland-America Linie über 12 Decks.

Kopenhagen erkunden

Leinen los hieß es um 18 Uhr, um am nächsten Morgen in Kopenhagen anzulegen und das bei prächtiger Aussicht auf Deck 12, mit einem Aperitif und den Klängen von „High Above The Ocean“. Viele Ausflüge wurden für Kopenhagen angeboten, jedoch konnte sich jeder entscheiden, ob er auf dem Schiff bleiben will, individuell von Bord geht – oder wie wir – den großen Ausflug buchten.

Von Amalienborg über das historische Nyhavn-Viertel, einer Kanalfahrt, einer großen Stadtrundfahrt inklusive „den lille Havfrue“, der kleinen Meerjungfrau, war alles dabei. Besser ging es nicht, und um 18 Uhr beim Ablegen, saßen wir schon wieder auf dem Sonnendeck um bei einem Aperol Spritz die Ausfahrt zu genießen.

Bornholm, sonnenreichste Insel Dänemarks

Die Vasco da Gama legte in der einwöchigen Kreuzfahrt insgesamt 1298 Seemeilen zurück, d.h., das Tempo war schon sehr entschleunigend, so dass wir insgesamt drei geruhsame Seetage zur Verfügung hatten. Von Kopenhagen bis nach Bornholm sind es 151 Seemeilen – und so war der 1.Seetag ein „ruhiges Dahingleiten“ bei schönstem Wetter bis zum doch dann leicht windigen Anlegen in Rönne. Die knapp 600 km² große Insel bietet vieles an: Von Schärenküsten, Felsstränden sowie den schönsten Sandstrand Dueodde mit kreideweißen Quarzsand – der Sand ist so fein, dass in der Vergangenheit weltweit die Sanduhren damit befüllt wurden.

Bornholm liegt auf Granit und Gneis und wärmt sich so im Sommer auf, so dass dieses mediterrane Klima entsteht und Feigen- und Olivenbäume sowie Melonen wachsen, sogar ein Weingut gibt es auf der Insel. Wir unternahmen eine Gourmettour, um den Geschmack Bornholms zu entdecken und waren erstaunt über die Vielfältigkeit von der Produktion von Sanddorn über Wacholder (für die Ginherstellung), Honig, Ziegenkäse und Süßholz/dolde (für Lakrize). Viele Inselrückkehrer betreiben mit großer Leidenschaft ihre kulinarischen (Bio)Startups.

See Also

Wohlfühlzeit auf dem Schiff

5 Restaurants sowie 7 Bars und Lounges boten täglich eine willkommene Abwechslung, um das ganze Schiff kennenzulernen. Es gibt ein Buffetrestaurant, aber auch Restaurants mit Bedienung für alle Mahlzeiten.
Was mir sehr gut gefallen hat, dass im Buffetrestaurant Personal hinter den mit Glas geschützten Vitrinen stand, um die Teller nach Wünschen zu füllen – das ist nicht nur eine gute Hilfestellung, sondern auch eine perfekte hygienische Angelegenheit.


Zu gern hielt ich mich auf Deck 6 auf, denn hier geht nicht nur die Joggingstrecke rund ums Schiff, sondern der Großteil der Böden ist mit Teakholzplanken belegt, was einem so ein richtiges Schiffsgefühl vermittelt. Und sollte es draußen mal zu windig sein, dann sind die schönen eleganten Lounges nicht nur Hingucker, sondern ein absolutes Erlebnis zum Verweilen.

Gänsehaut pur

Etwa 3 Stunden vor der Ankunft in Stockholm wurde das Vordeck auf Deck 7 für die Passagiere geöffnet. Wir konnten von dort die Einfahrt in die einzigartige Schärenwelt, mit tausend kleinen Inseln erleben und immer wieder rief jemand: „Schau mal die roten und gelben Häuschen, Leuchttürme, die Segelboote, Mini-Inseln dazwischen – und stets die schwedische Flagge gehisst“. Die Stimmung war genauso bezaubernd wie das Wetter und die Atmosphäre in dieser phänomenalen Landschaft.
Wir ankerten über Nacht, einige machten sich zur nächtlichen Bootsfahrt auf und wiederum andere blieben einfach an Bord, weil es mal wieder interessante kulinarische Events gab. Der große Ausflug am nächsten Tag war beeindruckend: Alles Wissenswerte rund um Alfred Nobel, die Besichtigung des Königsschlosses inklusive Wachablösung und das Vasa Museum, die Gamla Stan sowie eine große Stadtrundfahrt gaben einen hervorragenden Einblick in die schwedische Hauptstadt.

Fazit:

Luxus bedeutet, mit der Vasco da Gama abzulegen, und Klasse statt Masse zu erleben. Viele Gäste wurden Stammgäste, weil eine Art familiäre Stimmung auf dem eleganten Schiff herrscht. Viele Alleinreisende und auch Paare schätzen den entspannten Umgang sowie die sehr persönliche Betreuung, was letztendlich auch an dem freundlichen Personal liegt.

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